Als ich vor ein paar Jahren in einem großen Baumarkt stand, fiel mein Blick auf einen riesigen, perfekt geformten Weihnachtsbaum aus Plastik. Er glitzerte, kein einziges Nädelchen lag daneben –
und ein Schild versprach: „Hält ewig.“
Kein Nadeln, kein Gießen, kein Stress. Aber dann fragte ich mich: Was bedeutet „ewig“ eigentlich, wenn es um Plastik geht? Die Antwort war alles
andere als festlich.
Künstliche Weihnachtsbäume wirken auf den ersten Blick wie eine praktische, pflegeleichte Lösung – und viele Menschen greifen Jahr für Jahr genau deshalb zu. Doch was oft übersehen wird: hinter dem hübschen Glanz steckt ein unsichtbarer Chemiecocktail, der mit einem natürlichen Tannenbaum wenig gemeinsam hat.
Plastikprodukte und Dekoartikel wie Plastik-Weihnachtsbäume, Lichterketten und Co. enthalten oft schädliche Zusatzstoffe und können diese an die Luft abgeben.
"Rohe Kunststoffe sind spröde und hart, daher werden während des Herstellungsprozesses Chemikalien hinzugefügt, um bestimmte Eigenschaften (wie z. B. Elastizität, Stabilität, Farbechtheit, Transparenz, statische Aufladung oder Zähigkeit) zu erzielen und so das Endprodukt an die jeweilige Anwendung anzupassen.
Die schlechte Nachricht ist, dass diese Zusatzstoffe aus dem Kunststoff austreten können, was bedeutet, dass gefährliche Chemikalien über die Haut oder beim Einatmen in unseren Körper gelangen können. Dabei handelt es sich oft um hormonell wirksame Verbindungen, auch bekannt als endokrine Disruptoren. Sie können das menschliche Hormonsystem beeinflussen und stehen unter Verdacht eine Vielzahl von Krankheiten zu begünstigen." (1)
Leider sind Dekorationsartikel oft nicht mit Recycling-Codes gekennzeichnet.
"Das bedeutet, dass es zwar mehr oder weniger möglich ist zu erkennen, ob der Gegenstand aus Plastik besteht oder nicht, aber es ist kaum möglich zu erfahren, um welche Art von Plastik es sich handelt. Und da gibt es entscheidende Unterschiede, wenn es um unsere Gesundheit oder auch die Auswirkungen auf die Umwelt geht." (1)
Wie kommen die Schadstoffe vom Plastik-Baum an unsere Haut oder die Atemwege?
Plastik-Weihnachtsbäume sind riesige Staubfänger. Auf den einzelnen Plastiknadeln lagert sich der Staub aus dem Haushalt ab, Staub, der schon mit Schadstoffen belastet sein kann, aber diese auch aus dem Plastik aufnehmen kann.
Der Austritt von Schadstoffen aus Kunststoffböden, -kisten, Plastikdekorationen jeder Art steigt mit der Wohnungstemperatur. Ab 23 Grad nimmt er überproportional zu.
Durch die warme Heizungsluft und Bewegung im Raum wird der schadstoffbehaftete Staub in der Wohnung verteilt. Die Schadstoffe können dann über die Haut oder die Atemwege in den Körper gelangen.
Sind Plastik-Weihnachtsbäume nachhaltig?
Plastik-Weihnachtsbäume werden oft im asiatischen Raum unter geringen Umweltstandards hergestellt und dann zusätzlich tausende Kilometer transportiert. Sowohl Produktion, als auch Transport sind umweltschädigend. Werden die Plastik-Weihnachtsbäume nach einigen Jahren weggeworfen, landen sie im Restmüll und werden verbrannt. Ein Recycling ist an dieser Stelle nicht möglich. Von daher: NEIN, Plastik-Weihnachtsbäume sind nicht nachhaltig.
29,8 Millionen "echte" Weihnachtsbäume sind auch nicht nachhaltig!
"Im vergangenen Jahr zogen rund 29,8 Millionen Weihnachtsbäume in deutsche Haushalte ein. Damit stieg der Absatz des traditionellen Grüns zur Weihnachtszeit auf ein Rekordhoch. Um den Bedarf an Weihnachtsbäumen zu decken, werden jährlich über zwei Millionen Bäume nach Deutschland importiert." (2)
Und das ist absolut auch nicht nachhaltig! Denn ein Großteil der Weihnachtsbäume stammt von Tannenbaum-Plantagen, auf denen chemische Düngemittel und Pestizide eingesetzt werden.
Sollen wir in Zukunft auf den "echten" Weihnachtsbaum verzichten?
Weihnachten feiern ohne Weihnachtsbaum, für viele ein kaum vorstellbarer Gedanke. Aber im Zeichen von Klimawandel und ökologischem Bewusstsein, sollten wir andere Möglichkeiten suchen unser
Weihnachtsfest zu feiern, auch vor dem Hintergrund, dass der Weihnachtsbaum eigentlich ein heidnischer Brauch war (siehe auch unten).
Wie wäre es mit einem Weihnachtsbaum im Topf? Oder einem Mietexemplar? Oder einem selbstgebauten Exemplar, so wie Sabine Wanner hier in ihrem Artikel beschrieben hat?
Wenn du dich nicht von dem geliebten Weihnachtsbaum verabschieden möchtest, dann solltest du darauf achten, eine Bio-Tanne aus ökologischem Anbau zu kaufen. Achte beim Kauf auf Siegel und
die Garantie der Regionalität. Diese Bäume sind dann zwar teurer, aber ich finde, man kann dafür ja etwas an "Höhe" sparen. :-)
Bei der Entsorgung kannst du darauf achten, dass der Baum auf jeden Fall in den Bio-Müll kommt. In manchen Städten, wie in Frankfurt, gibt es sogar extra Sammeltage für die alten
Weihnachtsbäume. Du kannst auch die Pflanzen im Garten mit den alten Zweigen abdecken oder sie trocknen und im Sommer für den Grill verwenden.
Meine ganz persönliche Lösung
Traditionen zu verändern ist nicht einfach. Schöne Kindheitserinnerungen und das Besondere an einem Weihnachtsbaum verhindern, dass neu gedacht wird oder gedacht werden kann.
In meiner Familie war das nicht anders, aber inzwischen haben wir eine Lösung gefunden - einen Weihnachtsbaum im Topf. Der erste ist leider gleich im Frühjahr darauf kaputt gegangen. Als ich
ihn aus dem Topf gehoben habe, habe ich gesehen, dass er nur eine Wurzel hatte. Der zweite wurde dann ein Weihnachtsbaum, der bereits im Topf gezogen wurde. Und siehe da, er erfreut sich seit
drei Jahren bester Gesundheit. Er steht das Jahr über im Garten und wird regelmäßig gegossen.
Zu Weihnachten stellen wir ihn auf die überdachte Terrasse vor unsere Wohnzimmerfenster und schmücken ihn, wie wir das sonst auch immer getan haben. So strahlt er in den winterlichen Garten und
in unser Wohnzimmer und nimmt dabei keinerlei Schaden.
Der "echte" Weihnachtsbaum - eine alte Tradition?
"Der Weihnachtsbaum hat sich über die letzten Jahrhunderte als Tradition etabliert, sein Ursprung liegt allerdings in den heidnischen Bräuchen der Germanen. Die ältesten Belege auf einen dekorierten Tannenbaum stammen aus der Zunftchronik des städtischen Handwerks in Bremen aus dem Jahr 1597. Den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen schmückte die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahr 1611. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch zunächst bei hohen Beamten und wohlhabenden Bürgern in den Städten, da Tannenbäume zu dieser Zeit in Mitteleuropa noch knapp und daher sehr kostspielig waren. Im 19. Jahrhundert wurden vermehrt Tannen und Fichtenwälder angelegt, um die hohe Nachfrage zu decken. Der geschmückte Weihnachtsbaum wurde nach und nach zum festlichen Inventar in bürgerlichen Wohnzimmern in der Stadt und auf dem Lande.
Der Weihnachtsbaum galt jeher als eher bürgerliches Symbol,
die katholische Kirche setzte sich lange gegen das unreligiöse Brauchtum zur Wehr.
Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Christbäume in katholischen Kirchen erlaubt. Papst Johannes Paul II. führte das Brauchtum schließlich im Jahr 1982 im Vatikan ein, als der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom aufgestellt wurde." (3)
1) https://www.bef-de.org/plastik-deko/
3) https://www.meinetanne.de/weihnachtsbaum/weihnachtsbaum-geschichte/
Hier schreibt für dich Petra Kress. Ich bin die Ideengeberin und der kreative Kopf von Plastik sparen.
Für mich sind gesunde Ernährung und der nachhaltige Umgang mit Natur und Umwelt, wichtige Säulen in meinem Leben. Ich möchte für meine Kinder eine Welt hinterlassen, die lebenswert ist. Viel zu lange habe ich gezögert mich für Veränderung einzusetzen. Mit Plastik sparen möchte ich ab sofort einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Menschen - viel mehr Menschen - Plastik im Alltag einsparen.
Ich lebe in Frankfurt und arbeite dort als Grafikdesignerin in meinem eigenen Büro.
Seit 2021 bin ich auch Autorin.

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Alexandra (Donnerstag, 20 November 2025 17:21)
Was macht ihr später mit dem Baum, wird er in den Garten gepflanzt? Wir haben eine Fichte im Garten und möchten keine weiteren Nadelbäume in unserem Garten, daher haben wir uns bisher gegen den Baum im Topf entschieden. Von Mietbäumen habe ich schon öfter gehört, dass sie dann doch auch schnell kaputt gehen, durch den Wechsel der Temperaturen, dem sie ausgesetzt sind. Ich hätte so gerne einen Holzweihnachtsbaum, aber die Familie fängt fast an zu weinen, wenn ich diesen vorschlage. Da er bei uns regional aus der Nachbarschaft kommt und wir ihn hinterher noch nutzen, Pferde, Ofen, Pflanzenabdeckung, ist es halbwegs okay für mich.
Petra Kreß (Freitag, 28 November 2025 08:17)
Hallo Alexandra, wir haben den Baum nur im Topf stehen. Er wächst nur minimal pro Jahr, da der Topf nicht so groß ist. (Typ Bonsai :-) ).Er steht auf einem Rollbrett, so dass wir ihn bequem bewegen können. Im Sommer steht er im Schatten, da er sonst schnell vertrocknen würde. Wichtig dabei ist ihn regelmäßig zu gießen. Wir holen ihn Weihnachten auch nicht ins Wohnzimmer sondern lassen ihn auf der Terrasse stehen. Im Moment funktioniert das gut. In den Garten pflanzen möchte ich ihn nicht, da dieser viel zu klein ist.
Es gibt jede Menge guter Ideen für Weihnachtsdekoration, nicht nur die Variante aus Holz. Schau dich einfach mal auf Pinterest oder Instagram um. Vielleicht findest du mit deiner Familie eine Lösung, bei der alle glücklich sind. Viel Erfolg und ein schönes Weihnachtsfest. LG Petra