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Katzenfutter ohne Plastikverpackung

Katzenfutter ist so eine Sache ... die Tütchen produzieren eine Menge Müll, Dosen sind voluminös und oft mögen unsere Stubentiger nicht, was da von der Industrie so produziert wird. Deshalb wird bei uns Katzenfutter selber gemacht. Ich bin dann irgendwann dazu übergegangen Geflügelfleisch zu kaufen und das zu kochen, dann habe ich begonnen das Futter entweder einzukochen oder in kleinen Mengen einzufrieren. Roh mögen beide nicht. 

 

Rezept/Mengen:

 

Auf 500 g Geflügelfleisch kommen zwei mittlere geraspelte Karotten, die mit dem Fleisch gekocht werden müssen. Am besten funktioniert es, wenn man das Geflügelfleisch zusammen mit den Karotten durch den Fleischwolf dreht.

 

Sicher kann man auch Fleischreste vom Metzger nehmen, wobei meine zwei doch sehr unterschiedlichen Miezen da eher schwierig sind. Bitte Schweinefleisch meiden! Das vertragen sie nicht so dolle - und manche Katzen gar nicht.

 

Wenn ich einmal größere Mengen günstig bekommen kann, dann koche ich das Fleisch in 200g-Gläsern ein. Ich verwende Weck-Gläser (sind die einzigen mit Glasdeckel, die ich hier im Geschäft bekomme).

 

Ablauf: die Gläser, Deckel und Gummiringe sterilisiere ich zunächst in kochendem Wasser (manche machen es ohne Sterilisieren - geht wahrscheinlich auch). Die Gummiringe lege ich dann noch in heißes Wasser mit einem Schuss Essig, bevor ich sie verwende.

 

Wenn die Gläser abgefüllt sind, fülle ich sie mit der Hackfleisch-Karottenmischung bis gut 1 cm unter dem Rand, lege den Gummi und den Deckel auf und verschließe sie mit den Klammern. In meinen größten Kochtopf lege ich ein altes Tuch auf den Boden und darauf schichte ich dann die Gläser - bei mir gehen drei Schichten rein (ja, man kann sie stapeln. Dann fülle ich Leitungswasser ein (Merke: beim Einkochen nimmt man kaltes Wasser, wenn das Füllgut kalt ist und heißes Wasser, wenn das Füllgut heiß ist). Ich fülle das Wasser fast bis zum Rand der obersten Schicht, also so, dass die Deckel der obersten Gläser nicht bedeckt sind. Dann lässt man die Miezenfleischgläser 2 Stunden lang einkochen (die Flamme so stellen, dass das Wasser noch kocht). Bei mir reicht das Stufe 3 der 1000-Watt-Platte und im Sommer kommt der Topf auch schon mal aufs Feuer im Garten. 

 

Als ich in Italien gelebt habe, gab es eine Frau, die praktisch jeden Tag frisch für ihre fünf oder mehr Katzen gekocht hat. Sie hat da auch noch Nudelstückchen mit rein und eben alles, was da so an für Katzen essbare Reste da waren. Nudeln kann man angeblich nicht mit einkochen - ich habe es noch nie getan, man müsste es einfach mal ausprobieren. Vielleicht beim nächsten Mal ... 

 

Fisch bekommt man auch schon mal gefroren im Karton - genauso wie Geflügel übrigens - das kann man dann zu Hause ins Gefrierfach geben und portionsweise kochen. 

 

Übrigens: wenn man beim Metzger nachfragt, bekommt man meist umsonst die Anschnitte von Wurst, die sie sonst wegwerfen würden. Das sind dann bei uns die Leckerlis für die Miezen.  

Nachtrag am 23.05.2019:

 

Inzwischen wurde dieser Artikel schon oft verlinkt und immer wieder ergeben sich ähnliche Diskussionen und Fragen. Ich möchte hier auf einige Punkte eingehen und sie, so weit ich sie aus eigener Erfahrung beantworten kann, einbringen.

 

Barfen 

Barfen ist das Füttern von rohem Fleisch. Ich würde da sehr vorsichtig sein, denn wir wissen auch beim Metzger nicht, wo das Fleisch herkommt. Gerade Geflügel ist oft mit Bakterien belastet, die beim Kochen logischer Weise abgetötet werden.

 

Behauptung: "Meine Katze mag nur das Futter aus Tütchen"

Das war bei meiner großen Miez auch so. Fanny ist jetzt 7 Jahre alt und hat sich erst vor ca. einem Jahr umgestellt. Katzen sind Gewohnheitstiere. Umgestellt habe ich sie nach und nach. Wenn es gar nicht anders geht, kann man das frische Fleisch erst mal mit dem Tütenfutter mischen und den Anteil nach und nach steigern.

 

Was ist besser: Trocken oder Nassfutter?

Vom Plastikverbrauch eindeutig Trockenfutter, aber dann müssen unsere Miezen auch genug trinken, denn sonst kann es Nierenprobleme geben. Ich selbst habe immer eine Schüssel mit Trockenfutter und daneben Wasser zusätzlich da stehen. Auch hier gilt: möglichst große Packungen kaufen bzw. gibt es einige Marken, die im Karton verkauft werden (bitte darauf achten, dass es wirklich Karton und nicht irgendein beschichteter Kram ist.

 

"Katzen fressen nicht alles"

Ja, das stimmt definitiv - es sind Leckermäuler und auch sie haben die verschiedensten Geschmäcker, deshalb gilt es herauszufinden, wie Miez/Kater bedient werden wollen :-)

Fisch geht bei Fanny gar nicht. Kiwi isst dagegen ein wenig. Fanny mag alten Käse, Kiwi Mozzarella. Dennoch ist das Hauptfutter im Haus Geflügel und draußen gibt es dann Mücken, Mäuse und was auch immer leicht zu fangen ist.

 

Taurin

Katzen, die kein eigenes Futter fangen brauchen in der Nahrung, die wir ihnen geben Taurin. Es ist ein Zusatzstoff, den man über eine Apotheke (auch online) kaufen kann. Wie es dosiert wird: weiß ich nicht. Meine sind Freigänger und haben ihre Mäuse (Spitzmäuse bekommen wir in der Regel geschenkt ... die mögen sie selbst nicht).

 

"Es ist schwierig Katzen umzugewöhnen"

Ja, Katzen sind schwierig, aber Umgewöhnen ist möglich. In der Regel klappt es mit Hähnchenfleisch oder Fisch am einfachsten (je nach Katzenlaune). Eventuell muss man, wie weiter oben beschrieben, erst einmal mit dem "üblichen Futter" mischen. 

 

"Futter aus großen Dosen wird am zweiten Tag abgelehnt"

Genau dieses Problem hatte ich auch - bzw. meine gingen selbst am ersten Tag nur widerwillig an Dosenfutter, wenn halt gar nichts anderes da war. Versucht es mit selbst gekochtem Futter.

 

Wie kann man selbst gekochtes Futter aufbewahren?

Na ja: in kleinen Portionen einfrieren und dann jeweils frisch kochen (jeden zweiten Tag), gekocht einfrieren und dann immer nur eine kleine Portion auftauen. In kleinen Gläsern einkochen. Das sind meine Strategien und alle drei funktionieren.

 

 

(Sabine Wanner) 

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