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Halloween ein Konsumfest?

Oder: Warum feiern wir überhaupt Halloween

 

Halloween kam ursprünglich aus dem katholischen Irland in die Vereinigten Staaten und bezog sich auf den irischen “Abend vor Allerheiligen - All Hallows’ Eve”. Die Verwendung des Kürbisses stammt ebenfalls aus Irland und geht auf einen Bösewicht zurück, der auf der Erde wandeln musste. Um etwas sehen zu können bekam er vom Teufel eine Rübe und eine glühende Kohle. Diese Rübe wandelte sich mit der Zeit zu einem Kürbis. Übrigens gibt es diesen Rübenbrauch als “Rübengeistern” auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

In den Vereinigten Staaten war die irische Gemeinschaft so aktiv, dass auch die andersstämmigen dort dieses irische Fest übernahmen und es so mit den Jahren zu einem regelrechten Volksfest wurde. Erst in den 1990er Jahren kam Halloween, so wie wir es nun kennen, nach Europa.

Aus einer alten Tradition wurde ein Kostümfest im Sinne des Konsums. “Trick or treat - Süßes oder Saures” hört man, wenn an der Tür geklingelt wird und wenn man dann nichts Süßes da hat, dann wird demjenigen ein Scherz bereitet (das Saure eben).

Ich selbst habe eine etwas andere Einstellung zu diesem Fest, musste aber meinen Kindern zuliebe einige Jahre lang mitmachen. Wenigstens haben wir die Kostüme in den drei Jahren, in denen sie mitgemacht haben, selbst gemacht und nichts weiter ausgegeben.

 

Meine ganz privaten Halloween-Erfahrungen und -Gedanken:

Als ich Deutschland 1988 verließ, gab es hier in Deutschland noch kein Halloween und auch in Italien, wo ich von da an lebte, wurde es zu jener Zeit nicht gefeiert. Wir kamen zwischenzeitlich nach Deutschland zurück - die genauen Gründe möchte ich hier jetzt nicht nennen - doch Ende der 90er Jahre war Halloween noch lange nicht so präsent, wie heute. 2004 waren wir dann wieder ganzjährig in Italien und mein erster Zusammenstoß mit diesem “Fest” war, dass ich beim spätabendlichen Klingeln die Tür nicht öffnete, denn ich hatte gerade versucht, meine Zwillinge ins Bett zu bringen, die durch das Klingeln wieder voll da waren. Als ich am nächsten Tag die Tür öffnete, waren die Kinderwagen vor der Tür voll beschmiert mit einem eingetrockneten Ei-Mehl-Gemisch, dass sich nicht mehr entfernen ließ. Von meinen Nachbarn erfuhr ich dann von dem “Halloween-Abend” an dem man besser alles wegräumt, denn nur allzu oft wurden Gegenstände, wie bei mir, zerstört. Ich war mehr als erstaunt, dass dieses Fest in Süditalien, in einer katholischen Gegend, gefeiert wurde, wusste ich doch, dass es auf heidnische Bräuche zurückging.

 

Ein paar Jahre später kamen meine Kinder in die Schule - wohlgemerkt eine katholische Schule mit Nonnen, die mich immer etwas seltsam behandelten, denn ich war ja nicht katholisch, sondern evangelisch - ein Frevel. Dann kam der Herbst und plötzlich stand ich vor der Tatsache, dass die Schule “Vorbereitungen für das Halloween-Fest” machte. Meine Reaktion? Ziemlich … ähm … es war einfach unbegreiflich. Also ging ich zur Oberschwester und fragte: “Warum um alles in der Welt feiert eine katholische Schule, die vorgibt christlich zu sein, ein heidnisches Fest?” Die Antwort war sehr erstaunlich, man erklärte mir, dass das nun mal ein Fest sei, dass die Eltern wollten und dann wird das eben mit den Kindern vorbereitet. Um meine beiden nicht auszuschließen habe ich letztendlich mitgemacht.

 

Ende 2010 kamen wir nach Deutschland zurück. Zunächst war alles beim Alten, doch dann kam der Oktober 2011 und damit kam wiederum durch die Schule das “geht Ihr mit an Halloween, Süßigkeiten sammeln”? Nahm das denn nie ein Ende … nun gut, wieder blieb nichts anderes übrig und die Kinder durften mitmachen. Zum Glück fanden sie es dann selbst langweilig.

 

So und warum wird es nun gefeiert? Fragt man die Feiernden, wissen sie meist nichts über die Hintergründe, die hier nur grob umrissen sind. Das gilt für Italien, wie für Deutschland. Wer mehr darüber wissen will, kann sich ja einmal den Wikipedia-Artikel als Startpunkt durchlesen.

Halloween mag sein, was es ist und wie es ist. Viele Menschen, für die Nachhaltigkeit wichtig ist, machen einfach nicht mit. Doch es kann auch ein Aufhänger sein, um aufzuklären und um Menschen zu weniger Plastik und Müll zu bewegen. (Sabine Wanner) www.sabinewanner.de

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